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Hugo, E-Mail, 1.9.2003,
zum Text: Über die
Haltung von Mjuxx als Haustier
Irgendetwas lässt mich da an die Odradek-Figur von Kafka denken
(in der kurzen Erzählung: Die Sorge des Hausvaters). Liest sonstwer
noch Kafka?
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Wir freuen uns auf Deinen/Ihren Beitrag!
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Weil wir noch keine weiteren Beiträge haben, zur Anregung:
Heinrich von Kleist
Über das Marionettentheater
Als ich den Winter 1801 in M... zubrachte, traf ich daselbst eines
Abends, in einem öffentlichen Garten, den Herrn C. an, der seit
kurzem, in dieser Stadt, als erster Tänzer der Oper, angestellt
war, und bei dem Publiko außerordentliches Glück machte.
Ich sagte ihm, daß ich erstaunt gewesen wäre, ihn schon
mehrere Male in einem Marionettentheater zu finden, das auf dem Markte
zusammengezimmert worden war, und den Pöbel, durch kleine dramatische
Burlesken, mit Gesang und Tanz durchwebt, belustigte. Er versicherte
mir, daß ihm die Pantomimik dieser Puppen viel Vergnügen
machte, und ließ nicht undeutlich merken, daß ein Tänzer,
der sich ausbilden wolle, mancherlei von ihnen lernen könne.
Da die Äußerung mir, durch die Art, wie er sie vorbrachte,
mehr, als ein bloßer Einfall schien, so ließ ich mich
bei ihm nieder, um ihn über die Gründe, auf die er eine
so sonderbare Behauptung stützen könne, näher zu vernehmen.
Er fragte mich, ob ich nicht, in der Tat, einige Bewegungen der Puppen,
besonders der kleineren, im Tanz sehr graziös gefunden hatte.
Diesen Umstand konnte ich nicht leugnen. Eine Gruppe von vier Bauern,
die nach einem raschen Takt die Ronde tanzte, hätte von Teniers
nicht hübscher gemalt werden können. Ich erkundigte mich
nach dem Mechanismus dieser Figuren, und wie es möglich wäre,
die einzelnen Glieder derselben und ihre Punkte, ohne Myriaden von
Fäden an den Fingern zu haben, so zu regieren, als es der Rhythmus
der Bewegungen, oder der Tanz, erfordere?
Er antwortete, daß ich mir nicht vorstellen müsse, als
ob jedes Glied einzeln, während der verschiedenen Momente des
Tanzes, von dem Maschinisten gestellt und gezogen würde. Jede
Bewegung, sagte er, hätte einen Schwerpunkt; es wäre genug,
diesen, in dem Innern der Figur, zu regieren; die Glieder, welche
nichts als Pendel wären, folgten, ohne irgend ein Zutun, auf
eine mechanische Weise von selbst. Er setzte hinzu, daß diese
Bewegung sehr einfach wäre; daß jedesmal, wenn der Schwerpunkt
in einer graden Linie bewegt wird, die Glieder schon Kurven beschrieben;
und daß oft, auf eine bloß zufällige Weise erschüttert,
das Ganze schon in eine Art von rhythmische Bewegung käme, die
dem Tanz ähnlich wäre.
Diese Bemerkung schien mir zuerst einiges Licht über das Vergnügen
zu werfen, das er in dem Theater der Marionetten zu finden vorgegeben
hatte. Inzwischen ahndete ich bei weitem die Folgerungen noch nicht,
die er späterhin daraus ziehen würde. Ich fragte ihn, ob
er glaubte, daß der Maschinist, der diese Puppen regierte, selbst
ein Tänzer sein, oder wenigstens einen Begriff vom Schönen
im Tanz haben müsse? Er erwiderte, daß wenn ein Geschäft,
von seiner mechanischen Seite, leicht sei, daraus noch nicht folge,
daß es ganz ohne Empfindung betrieben werden könne. Die
Linie, die der Schwerpunkt zu beschreiben hat, wäre zwar sehr
einfach, und, wie er glaube, in den meisten Fällen, gerad. In
Fällen, wo sie krumm sei, scheine das Gesetz ihrer Krümmung
wenigstens von der ersten oder höchstens zweiten Ordnung; und
auch in diesem letzten Fall nur elliptisch, welche Form der Bewegung
den Spitzen des menschlichen Körpers (wegen der Gelenke) überhaupt
die natürliche sei, und also dem Maschinisten keine große
Kunst koste, zu verzeichnen. Dagegen wäre diese Linie wieder,
von einer andern Seite, etwas sehr Geheimnisvolles. Denn sie wäre
nichts anders, als der Weg der Seele des Tänzers; und er zweifle
daß sie anders gefunden werden könne, als dadurch, daß
sich der Maschinist in den Schwerpunkt der Marionette versetzt, d.
h. mit andern Worten, tanzt.
Ich erwiderte, daß man mir das Geschäft desselben als etwas
ziemlich Geistloses vorgestellt hätte: etwa was das Drehen einer
Kurbel sei, die eine Leier spielt. Keineswegs, antwortete er. Vielmehr
verhalten sich die Bewegungen seiner Finger zur Bewegung der daran
befestigten Puppen ziemlich künstlich, etwa wie Zahlen zu ihren
Logarithmen oder die Asymptote zur Hyperbel. Inzwischen glaube er,
daß auch dieser letzte Bruch von Geist, von dem er gesprochen,
aus den Marionetten entfernt werden, daß ihr Tanz gänzlich
ins Reich mechanischer Kräfte hinübergespielt, und vermittelst
einer Kurbel, so wie ich es mir gedacht, hervorgebracht werden könne.
Ich äußerte meine Verwunderung zu sehen, welcher Aufmerksamkeit
er diese, für den Haufen erfundene, Spielart einer schönen
Kunst würdigte. Nicht bloß, daß er sie einer höheren
Entwicklung für fähig halte: er scheine sich sogar selbst
damit zu beschäftigen. Er lächelte, und sagte, er getraue
sich zu behaupten, daß wenn ihm ein Mechanikus, nach den Forderungen,
die er an ihn zu machen dächte, eine Marionette bauen wollte,
er vermittelst derselben einen Tanz darstellen würde, den weder
er, noch irgend ein anderer geschickter Tänzer seiner Zeit, Vestris
selbst nicht ausgenommen, zu erreichen imstande wäre.
Haben Sie, fragte er, da ich den Blick schweigend zur Erde schlug:
haben Sie von jenen mechanischen Beinen gehört, welche englische
Künstler für Unglückliche verfertigen, die ihre Schenkel
verloren haben? Ich sagte, nein: dergleichen wäre mir nie vor
Augen gekommen. Es tut mir leid, erwiderte er; denn wenn ich Ihnen
sage, daß diese Unglücklichen damit tanzen, so fürchte
ich fast, Sie werden es mir nicht glauben. - Was sag ich, tanzen?
Der Kreis ihrer Bewegungen ist zwar beschränkt; doch diejenigen,
die ihnen zu Gebote stehen, vollziehen sich mit einer Ruhe, Leichtigkeit
und Anmut, die jedes denkende Gemüt in Erstaunen setzen. Ich
äußerte, scherzend, daß er ja, auf diese Weise, seinen
Mann gefunden habe. Denn derjenige Künstler, der einen so merkwürdigen
Schenkel zu bauen imstande sei, würde ihm unzweifelhaft auch
eine ganze Marionette, seinen Forderungen gemäß, zusammensetzen
können. Wie, fragte ich, da er seinerseits ein wenig betreten
zur Erde sah: wie sind denn diese Forderungen, die Sie an die Kunstfertigkeit
desselben zu machen gedenken, bestellt? Nichts, antwortete er, was
sich nicht auch schon hier fände; Ebenmaß, Beweglichkeit,
Leichtigkeit - nur alles in einem höheren Grade; und besonders
eine naturgemäßere Anordnung der Schwerpunkte. Und der
Vorteil, den diese Puppe vor lebendigen Tänzern voraus haben
würde? Der Vorteil? Zuvörderst ein negativer, mein vortrefflicher
Freund, nämlich dieser, daß sie sich niemals zierte. -
Denn Ziererei erscheint, wie Sie wissen, wenn sich die Seele (vis
motrix) in irgend einem andern Punkte befindet, als in dem Schwerpunkt
der Bewegung. Da der Maschinist nun schlechthin, vermittelst des Drahtes
oder Fadens, keinen andern Punkt in seiner Gewalt hat, als diesen:
so sind alle übrigen Glieder, was sie sein sollen, tot, reine
Pendel, und
folgen dem bloßen Gesetz der Schwere; eine vortreffliche Eigenschaft,
die man vergebens bei dem größesten Teil unsrer Tänzer
sucht.
Sehen Sie nur die P... an, fuhr er fort, wenn sie die Daphne spielt,
und sich, verfolgt vom Apoll, nach ihm umsieht; die Seele sitzt ihr
in den Wirbeln des Kreuzes; sie beugt sich, als ob sie brechen wollte,
wie eine Najade aus der Schule Bernins. Sehen Sie den jungen F...
an, wenn er, als Paris, unter den drei Göttinnen steht, und der
Venus den Apfel überreicht; die Seele sitzt ihm gar (es ist ein
Schrecken, es zu sehen) im Ellenbogen.
Solche Mißgriffe, setzte er abbrechend hinzu, sind unvermeidlich,
seitdem wir von dem Baum der Erkenntnis gegessen haben. Doch das Paradies
ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise
um die Welt machen, und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo
wieder offen ist.
Ich lachte. - Allerdings, dachte ich, kann der Geist nicht irren,
da, wo keiner vorhanden ist. Doch ich bemerkte, daß er noch
mehr auf dem Herzen hatte, und bat ihn, fortzufahren.
Zudem, sprach er, haben diese Puppen den Vorteil, daß sie antigrav
sind. Von der Trägheit der Materie, dieser dem Tanze entgegenstrebendsten
aller Eigenschaften, wissen sie nichts: weil die Kraft, die sie in
die Lüfte erhebt, größer ist, als jene, die sie an
der Erde fesselte Was würde unsre gute G... darum geben, wenn
sie sechzig Pfund leichter wäre, oder ein Gewicht von dieser
Größe ihr bei ihren Entrechats und Pirouetten, zu Hülfe
käme? Die Puppen brauchen den Boden nur, wie die Elfen, um ihn
zu streifen, und den Schwung der Glieder, durch die augenblickliche
Hemmung neu zu beleben; wir brauchen ihn, um darauf zu ruhen, und
uns von der Anstrengung des Tanzes zu erholen: ein Moment, der offenbar
selber kein Tanz ist, und mit dem sich weiter nichts anfangen läßt,
als ihn möglichst verschwinden zu machen.
Ich sagte, daß, so geschickt er auch die Sache seiner Paradoxe
führe, er mich doch nimmermehr glauben machen würde, daß
in einem mechanischen Gliedermann mehr Anmut enthalten sein könne,
als in dem Bau des menschlichen Körpers.
Er versetzte, daß es dem Menschen schlechthin unmöglich
wäre, den Gliedermann darin auch nur zu erreichen. Nur ein Gott
könne sich, auf diesem Felde, mit der Materie messen; und hier
sei der Punkt, wo die beiden Enden der ringförmigen Welt in einander
griffen.
Ich erstaunte immer mehr, und wußte nicht, was ich zu so sonderbaren
Behauptungen sagen sollte.
Es scheine versetzte er, indem er eine Prise Tabak nahm, daß
ich das dritte Kapitel vom ersten Buch Moses nicht mit Aufmerksamkeit
gelesen; und wer diese erste Periode aller menschlichen Bildung nicht
kennt, mit dem könne man nicht füglich über die folgenden,
um wie viel weniger über die letzte, sprechen.
Ich sagte, daß ich gar wohl wüßte, welche Unordnungen,
in der natürlichen Grazie des Menschen, das Bewußtsein
anrichtet. Ein junger Mann von meiner Bekanntschaft hätte, durch
eine bloße Bemerkung, gleichsam vor meinen Augen, seine Unschuld
verloren, und das Paradies derselben, trotz aller ersinnlichen Bemühungen,
nachher niemals wieder gefunden. - Doch, welche Folgerungen, setzte
ich hinzu, können Sie daraus ziehen?
Er fragte mich, welch einen Vorfall ich meine?
Ich badete mich, erzählte ich, vor etwa drei Jahren, mit einem
jungen Mann, über dessen Bildung damals eine wunderbare Anmut
verbreitet war. Er mochte ohngefähr in seinem sechszehnten Jahre
stehn, und nur ganz von fern ließen sich, von der Gunst der
Frauen herbeigerufen, die ersten Spuren von Eitelkeit erblicken. Es
traf sich, daß wir grade kurz zuvor in Paris den Jüngling
gesehen hatten, der sich einen Splitter aus dem Fuße zieht;
der Abguß der Statue ist bekannt und befindet sich in den meisten
deutschen Sammlungen. Ein Blick, den er in dem Augenblick, da er den
Fuß auf den Schemel setzte, um ihn abzutrocknen, in einen großen
Spiegel warf, erinnerte ihn daran; er lächelte und sagte mir,
welch eine Entdeckung er gemacht habe. In der Tat hatte ich, in eben
diesem Augenblick, dieselbe gemacht; doch sei es, um die Sicherheit
der Grazie, die ihm beiwohnte, zu prüfen, sei es, um seiner Eitelkeit
ein wenig heilsam zu begegnen: ich lachte und erwiderte - er sähe
wohl Geister! Er errötete, und hob den Fuß zum zweitenmal,
um es mir zu zeigen; doch der Versuch, wie sich leicht hätte
voraussehen lassen, mißglückte. Er hob verwirrt den Fuß
zum dritten und vierten, er hob ihn wohl noch zehnmal: umsonst er
war außerstande dieselbe Bewegung wieder hervorzubringen - was
sag ich? die Bewegungen, die er machte, hatten ein so komisches Element,
daß ich Mühe hatte, das Gelächter zurückzuhalten:
- Von diesem Tage, gleichsam von diesem Augenblick an, ging eine unbegreifliche
Veränderung mit dem jungen Menschen vor. Er fing an, tagelang
vor dem Spiegel zu stehen; und immer ein Reiz nach dem anderen verließ
ihn. Eine unsichtbare und unbegreifliche Gewalt schien sich, wie ein
eisernes Netz, um das freie Spiel seiner Gebärden zu legen, und
als ein Jahr verflossen war, war keine Spur mehr von der Lieblichkeit
in ihm zu entdecken, die die Augen der Menschen sonst, die ihn umringten,
ergötzt hatte. Noch jetzt lebt jemand, der ein Zeuge jenes sonderbaren
und unglücklichen Vorfalls war, und ihn, Wort für Wort,
wie ich ihn erzählt, bestätigen könnte. -
Bei dieser Gelegenheit, sagte Herr C... freundlich, muß ich
Ihnen eine andere Geschichte erzählen, von der Sie leicht begreifen
werden, wie sie hierher gehört.
Ich befand mich, auf meiner Reise nach Rußland, auf einem Landgut
des Herrn v. G. . ., eines livländischen Edelmanns, dessen Söhne
sich eben damals stark im Fechten übten. Besonders der ältere,
der eben von der Universität zurückgekommen war, machte
den Virtuosen, und bot mir, da ich eines Morgens auf seinem Zimmer
war, ein Rapier an. Wir fochten; doch es traf sich, daß ich
ihm überlegen war; Leidenschaft kam dazu, ihn zu verwirren; fast
jeder Stoß, den ich führte, traf, und sein Rapier flog
zuletzt in den Winkel. Halb scherzend, halb empfindlich, sagte er,
indem er das Rapier aufhob, daß er seinen Meister gefunden habe:
doch alles auf der Welt finde den seinen, und fortan wolle er mich
zu dem meinigen führen. Die Brüder lachten laut auf, und
riefen: Fort! fort! In den Holzstall herab! und damit nahmen sie mich
bei der Hand und führten mich zu einem Bären, den Herr v.
G... ihr Vater, auf dem Hofe auferziehen ließ.
Der Bär stand, als ich erstaunt vor ihn trat, auf den Hinterfüßen,
mit dem Rücken an einem Pfahl gelehnt, an welchem er angeschlossen
war, die rechte Tatze schlagfertig erhoben, und sah mir ins Auge:
das war seine Fechterpositur. Ich wußte nicht, ob ich träumte,
da ich mich einem solchen Gegner gegenüber sah; doch: stoßen
Sie! stoßen Sie! sagte Herr v. G... und versuchen Sie, ob Sie
ihm eins beibringen können! Ich fiel, da ich mich ein wenig von
meinem Erstaunen erholt hatte, mit dem Rapier auf ihn aus; der Bär
machte eine ganz kurze Bewegung mit der Tatze und parierte den Stoß.
Ich versuchte ihn durch Finten zu verfuhren; der Bär rührte
sich nicht. Ich fiel wieder, mit einer augenblicklichen Gewandtheit,
auf ihn aus, eines Menschen Brust würde ihn ohnfehlbar getroffen
haben: der Bär machte eine ganz kurze Bewegung mit der Tatze
und parierte den Stoß. jetzt war ich fast in dem Fall des jungen
Herrn v. G... Der Ernst des Bären kam hinzu, mir die Fassung
zu rauben, Stöße und Finten wechselten sich, mir triefte
der Schweiß: umsonstl Nicht bloß, daß der Bär,
wie der erste Fechter der Welt, alle meine Stöße parierte;
auf Finten (was ihm kein Fechter der Welt nachmacht) ging er gar nicht
einmal ein: Aug in Auge, als ob er meine Seele darin lesen könnte,
stand er, die Tatze schlagfertig erhoben, und wenn meine Stöße
nicht ernsthaft gemeint waren, so rührte er sich nicht.
Glauben Sie diese Geschichte?
Vollkommen! rief ich, mit freudigem Beifall; jedwedem Fremden, so
wahrscheinlich ist sie; um wie viel mehr Ihnen!
Nun, mein vortrefflicher Freund, sagte Herr C..., so sind Sie im Besitz
von allem, was nötig ist, um mich zu begreifen.
Wir sehen, daß in dem Maße, als, in der organischen Welt,
die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer
strahlender und herrschender hervortritt. - Doch so, wie sich der
Durchschnitt zweier Linien, auf der einen Seite eines Punkts, nach
dem Durchgang durch das Unendliche, plötzlich wieder auf der
andern Seite einfindet, oder das Bild des Hohlspiegels, nachdem es
sich in das Unendliche entfernt hat, plötzlich wieder dicht vor
uns tritt: so findet sich auch, wenn die Erkenntnis gleichsam durch
ein Unendliches gegangen ist, die Grazie wieder ein; so, daß
sie, zu gleicher Zeit, in demjenigen menschlichen Körperbau am
reinsten erscheint, der entweder gar keins, oder ein unendliches Bewußtsein
hat, d. h. in dem Gliedermann, oder in dem Gott.
Mithin, sagte ich ein wenig zerstreut, müßten wir wieder
von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen?
Allerdings, antwortete er, das ist das letzte Kapitel von der Geschichte
der Welt.
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